DIE DÜNTZER RHAPSODIE
Schauspiel >>> Wien, Österreich >>> Theater Drachengasse >>> 2025
NESTROY PREIS 2025
(BESTE OFF-PRODUKTION)


“Die Düntzer Rhapsodie” ist eine interdiziplinäre Sprechtheateraufführung. Ihre Idee entstand im Rahmen der Bewerbung für den Nachwuchswettbewerb am Theater Drachengasse und als Reaktion auf das ausgeschriebene Thema “Stadtplan oder Wanderkarte”. Die Aufführung thematisiert die komplizierten Beziehungen zwischen Land und Stadt in Österreich. Sie diskutiert wichtige und gesellschaftlich relevante Themen wie Gleichberechtigung, Diversität, Menschenrechte und sendet eine Botschaft gegen häusliche Gewalt, Homofobie und Diskriminierung.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die fiktive Stadt Düntz (732 BewohnerInnen) und die Schwestern Claudia und Daniela, die dort leben. Das Jahr 1995. Große Nachrichten haben die Stadt Düntz vor kurzem erschüttert: Martha Rehberger, die Tochter des örtlichen Bestatters, zieht nach Wien, um an der Universität zu studieren. Alle 732 DüntzerInnen kommen morgens zur Bushaltestelle, um ihr Auf Wiedersehen zu sagen. Aber eine von ihnen, die sechzehnjährige Claudia, ist in Martha verliebt und sie hatte nie die Gelegenheit, ihr ihre Gefühle zu gestehen.
Der Entwurf der „Düntzer Rhapsodie“ hat den Publikumspreis bei dem Drachengasse Nachwuchswettbewerb 2024 gewonnen und durfte in eine abendfüllende Aufführung wachsen, deren Premiere am 20.1.25 im Theater Drachengasse in Wien stattfand.
REGIE UND TEXT – Ivan Strelkin
CHOREOGRAFIE UND TEXT – Bianca Braunesberger
MUSIK – Barbara Angermaier und Marika Rainer
BÜHNENBILD – Kasija Vrbanac Strelkin
AUF DER BÜHNE – Barbara Angermaier und Marika Rainer










Fotos (c) Nela Pichl
KRITIKEN
Zwischen Dorf und Stadt,
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
kijuku, 23.01.25






Was für eine originelle Geschichte! Sie handelt von Düntz, einem österreichischen Kaff. An einem Tag in Düntz vergehen drüben in Wien dreißig Jahre. Die Erzählung von einigen wenigen, die es dennoch wagen, in den Bus gen Zukunft zu steigen, treiben in dieser Stückentwicklung des Flirty Horse Art Collective (Bianca Anne Braunesberger, Ivan Strelkin, Kasija Vrbanac Strelkin) zwei hochbegabte Sängerinnen an: Barbara Maria Angermaier und Marika Rainer trällern und rappen sich durch einen völlig unvorhersehbaren Plot mit etlichen Pointen und treffen durch genaues Setzen ihrer Dialekte die wunden Punkte zwischen Stadt und Land. Ein kurioses Gebilde aus Puppen, Kuscheltieren und anderen Objekten dient ihnen dabei als Bühnenbild mit magischen Möglichkeiten. So schafft das Team mit geringen Mitteln ein böses Märchen über die Ewiggestrigkeit – alles andere als naheliegend und doch mit großem Wiedererkennungswert.
Martin Thomas Pesl





